Das eigene Manuskript ist abgeschickt und liegt nun beim Verlag, doch was passiert damit eigentlich, welchen Weg nimmt der eigene Text, bis er schließlich veröffentlicht wird?
Ein Wegweiser durch das Alpha-LitArt-Verlagsbüro.
Im ersten Teil unseres zweiteiligen Blogbeitrags haben wir die Bereiche „Koordination“, „Lektorat“ und „Der Verleger“ beschrieben. Im zweiten Teil wollen wir die Arbeitsbereiche „Korrektorat“, „Satz“, „Marketing und Öffentlichkeitsarbeit“ und weitere Stationen im Verlag Alpha-LitArt behandeln.
DAS KORREKTORAT
Nach der Lektoratsarbeit steht die inhaltliche Seite des Textes fest und er wird formal betrachtet. In erster Linie werden die Rechtschreibung und Interpunktion geprüft und korrigiert. Auch können noch Ausdrücke angepasst oder Wiederholungen gestrichen werden. Da das Korrektorat nicht von einer der Lektorinnen oder einem der Lektoren durchgeführt wird, profitiert der Text von einem weiteren geschulten Blick.
DER SATZ
Typografie, der Seitenaufbau mit Satzspiegel und Freiflächen und das gesamte Erscheinungsbild des zu veröffentlichenden Print-Werkes sind Aufgabestellungen, mit denen sich die/der im Alpha-LitArt Verlag meist hausinterne Setzer/in beschäftigen muss. Sie oder er kümmert sich um das Schriftbild des Textes und sorgt dafür, dass man nicht durch unruhige Textgestaltung aus dem Lesefluss geworfen wird.
MARKETING UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Wenn das Buch von innen und außen fertiggestellt ist, wird es gedruckt. Nun kann es endlich angefasst, durchgeblättert und natürlich auch gelesen werden. Doch damit auch Andere außerhalb der Verlagsräume etwas davon haben, muss das Verlagsmarketing darauf aufmerksam machen. Angesprochen werden soll der Buchhandel ebenso wie der Endkunde selbst. Aufgrund der Vielzahl jährlicher Neuerscheinungen ist der Markt hart umkämpft. Durch gezielte Strategien heißt es dann, nicht unbedingt so viele wie möglich zu erreichen, sondern diejenigen, die das verlegte Werk interessieren könnte. Die Öffentlichkeitsarbeit muss hierzu schon anfangen, bevor das Buch erscheint.
WEITERE STATIONEN
Diese kleine Verlagsführung deckt noch lange nicht alles ab, was bei einer Buchproduktion und darüber hinaus im Verlag oder auch durch externe Stellen passiert. Weitere Bereiche erstrecken sich vom Grafikdesign des Covers oder der Umschlaggestaltung über die Herstellung und die Lizenzierung bis hin zur eigentlichen Pressearbeit, Vertreter- und Großhändlerbetreuung sowie der Nutzung unterschiedlicher Vertriebskanäle.
Der Beitrag erschien ursprünglich am 25. März 2019.
Stand 2022: UNSERE ERFAHRUNGEN IN DEN ERSTEN 3 JAHREN
Digitale Formate, wie zum Beispiel E-Books, spielen eine immer größere Rolle. Andere Herausforderungen ergeben sich dabei sowohl in der technischen Umsetzung und Produktion als auch im Marketing und Vertrieb. In der Verlagskalkulation erleichtert es zwar die nicht mehr von der Druckauflage abhängigen Kostenfaktoren, andererseits sind die – beim Lesepublikum gegenüber dem traditionellen physischen Werk akzeptierten – Preise nicht immer für die formatunabhängig anfallenden Verlagsarbeiten (wie zum Beispiel Lektorat, Korrektorat und Gestaltung) kostendeckend. Als Verlag motiviert uns aber besonders der Wunsch der Autorinnen und Autoren, am Ende ein Buch zum Anfassen in den Händen zu halten.
Ein Buch zu verlegen ist vielleicht ein bisschen damit zu vergleichen, es zu verfassen. Es fordert Kreativität, Leidenschaft, Durchhaltevermögen und bei alldem darf das große Ganze nicht aus den Augen gelassen werden.